Wohin SPD? Wohin Die Linke?

Wahlmonitor hat es in einigen Beiträgen immer wieder versucht deutlich zu machen.
Die SPD hat auf Bundesebene einen gewaltigen Strategiefehler begangen!
Sicher ist es schwer, dies alles nocheinmal aufzuarbeiten. Aber wenn es um zu wirklichen politischen Richtungswechsel in der Zukunft kommen soll, dann ist dieses sicher notwendig.

1. Eintritt in die große Koalition.
Hätte die SPD 2005 bereits gesagt – “Gut Frau Merkel, dann machen Sie mal, aber mit uns nur mit wirklich sozialen Inhalten” , dann wäre der Linken in Deutschland bereits eine gewaltige Argumentationsgrundlage genommen worden!
Willy Brandt hätte die Linke “aufgekuschelt” mit Inhalten! Und dies Konsequent!
Stattdessen gab es immer wieder faule Kompromisse in der Koaltitionspolitik mit der CDU/CSU, die das Profil der SPD immer weiter kastratiert haben.
Eine Koaltion besteht immer aus Kompromissen. Aber die SPD hat nachhaltig zuviel Wasser in den Wein geschenkt! Da wird man unglaubwürdig.
Es gab Momente, wo die SPD eine “BASTA-Politik” hätte umsetzen müssen. Auch auf Kosten der Koalition.

2. Das Personal
Die Sozialdemokraten sind personell schlecht aufgestellt! Müntefering, Platzeck, Beck, Müntefering…
Die fehlende Kontinuität in der Parteispitze schafft nicht gerade Vertrauen bei den Menschen. Dazu das Comeback von Münterfering, der sich nach heutigen Presseberichten offensichtlich zurückzieht.
Ein profilloser Hubertus Heil. Eine Ulla Schmidt, dessen Namen bereits 2% Wählerstimmen kostet.

3. Umgang mit der Linken
In der Kenntnis, dass ein Großteil sozialdemokratsicher Ursprungspolitik bei den Linken schlummert, war die grundsätzliche Ablehnung der Zusammenarbeit oder gar Koalition mit der Linken ein Kardinalfehler!
Das Führungspersonal der deutschen Sozialdemokratie war offensichtlich in der naiven Ansicht, nur Schwarz-Gelb verhindern zu wollen. Vermutlich allerdings eher, um in weiteren 4 Jahren großer Koaliltion die Macht zu erhalten. Dieser Schuss ist ja offensichtlich nach hinten losgegangen.

Noch kurz zu den Linken
Ein schöner Erfolg. Diese Wahl für die Linken. Aber ganz klar: Wer Regierungsverantwortung im Bund übernehmen will, der muss auch die Verträge und deren Verpflichtungen mittragen! Die Kontinuität in der Außenpolitik ist für ein Land wie Deutschland sehr wichtig! Das hat nicht zur Folge, dass man alles ohne Kritik mitmacht. Aber wir leben in dieser Realität. Willy Brandt, Helmut Schmidt und Gerhard Schröder haben gezeigt, dass man auch in der internationalen Verantwortung, deutsche Interessen vertreten kann. Wer aber aus populistischen Gründen gegen den europäischen Markt wettert und eine Isolationspoltik aus reiner Polemik forciert, sollte  auch umdenken, wenn er dieses Land mit gestalten möchte!

Westerwelle verspricht keine Ampel

Auf dem Sonderparteitag der FDP in Potsdam hat Guido Westerwelle eine Ampelkoaltion aus FDP, SPD und Grünen am kommenden Sonntag ausgeschlossen.
Die Grünen schliessen ein gemeinsames Bündnis mit CDU und FDP aus. Jamaika bleibt in der Karibik.
Klare Aussagen, die innerhalb der SPD hoffentlich zum Anlass genommen werden einen Strategiewechsel durchzuführen.
Dieser kann nur bedeuten auch auf Bundesebene ein Rot-Rot-Grünes Bündnis anzustreben, wenn man einen Richtungswechel und damit einen Politikwechsel in Deutschland einleiten will.

Historischer Fehler der SPD

Es wird keinen Richtungswechsel und auch keinen Politikwechsel am 27.September 2009 zur Bundestagswahl geben.
Im – für die SPD – besten Fall, wird eine Fortsetzung der großen Koalition stattfinden. Aber wer so argumentiert, wie die Sozaldemokraten in Deutschland (bzw. deren Führung),wie auch die der Grünen missachtet zutiefst die Schnittmengen der Einstellungen, wie sie von den Menschen mehrheitlich gewünscht wird.
Villeicht sollten gerade die Sozialdemokraten bundesweit mal wieder in die Opposition. Das füllt den ideologischen Akku vielleicht wieder auf. Das kostet nur leider viel Zeit… Aber bitte…!
Wer sich so an die neoliberale Klientelpartei klebt und eine “Ampel-Koalition” will, der soll untergehen!!!! Das ist kein Wahlaufruf für die Linke! Aber offensichtlich merken hochbezahlte Strategie-Manager bei ROT-GRÜN nicht, dass der Wähler sich langsam verarscht vorkommt! Bis die Führungsregie das begreift, sollte Sie in der Opposition versinken und Köpfe austauschen!
Dann gibt es vielleicht wieder echte Sozialdemokraten und echte Grüne!